Kroatien

Der Sommerurlaub 2017 bereitete uns schon bevor wir uns überhaupt für ein Reiseziel entschieden hatten Kopfzerbrechen. Leider war der Zeitraum diesmal aufgrund von Prüfungen in der Universität begrenzt, sodass sich ein näheres Land anbot. Im Gespräch waren kürzere Flugreisen wie nach Mallorca o.Ä., doch letztendlich wurden zwei Reiseführer für Kroatien bestellt und die Sache stand fest.

Part 1:

KROATIEN

Da Max bei Autoreisen gerne so früh wie möglich losfährt (und vorher sowieso nicht viel schlafen kann) standen wir um halb 4 auf – das Auto hatten wir glücklicherweise schon am Vorabend gepackt – und um 4 Uhr fuhren wir los. Die ersten Stunden nutzte ich, um mich nochmal auf die andere Seite zu drehen und eine Mütze voll Schlaf abzubekommen. Als ich aufwachte waren wir mitten in Österreich und es war gerade Frühstückszeit.

 

Danach wechselten wir und ich fuhr weiter. Je südlicher wir kamen, desto schlechter wurde das Wetter. Ein Regenschauer folgte dem nächsten. Dann wurde auch noch die Autobahn in Slowenien bei Ljubljana gesperrt und unser Navi (Googlemaps) leitete uns von der Autobahn. Wir waren froh, sahen viele andere deutsche Autofahrer, die offensichtlich auf dem Weg in den Urlaub waren. Die Umleitung stimmte also augenscheinlich. Doch dann wurden die Straßen immer kleiner, die Autos immer weniger und schließlich fanden wir uns auf einer Schotterpiste wieder, die sich serpentinenartig einen Berg hinauf schlängelte. Bei immer noch strömendem Regen war schon allein das eine kleine Herausforderung. Als wir dann an einem alten Stacheldrahtzaun inklusive geöffnetem Tor vorbeifuhren, verfestigte sich der Gedanke, dass dies nicht die offizielle Route sein konnte. So reisten wir (auf illegalem Wege) nach Kroatien ein.

 

Insel Krk

 

Die Insel Krk zeigte sich am Ankunftstag leider auch nicht von ihrer schönsten Seite. Zwar hörte der Regen nach kurzer Zeit auf und auch das gebuchte AirBnb im Ort Nijivice (Westküste) war sauber und ordentlich, doch das Urlaubsgefühl wollte sich erstmal nicht einstellen. Etwas deprimiert saßen wir deshalb in der Wohnung herum, bis wir uns dazu entschlossen, einen kleinen Spaziergang am Meer entlang zu machen.

 

 

Abends wollten wir Essengehen. Heutzutage kann man hierfür Tripadvisor benutzen und bekommt Empfehlungen früherer Gäste, wo es gut ist und was man eher lassen sollte. Komischerweise passiert uns aber immer, wenn wir dort etwas gefunden haben folgendes: das Restaurant gibt es nicht. Das mag an einer falsch angegebenen Adresse liegen, oder an unserer fehlenden Orientierung … doch diesmal war es ein glücklicher Zufall, denn so gingen wir in ein nettes kleines Lokal mit unglaublich guter Pizza. Wir beschlossen noch am selben Abend, dass die Kroaten Pizza mindestens genauso gut können wie die Italiener.

 

 

Für den nächsten Tag war das Wetter gemischt gemeldet. Deshalb begannen wir mit einer kleinen Insel-Entdeckungstour, die wir die folgenden Tage fortführen würden. Die erste Stadt unseres Interesses war Krk-Stadt. Bereits als wir dort ankamen hatte das Wetter aufgeklart und wir saßen in der Sonne auf Felsen am Hafen und hatten einen schönen Ausblick auf die gegenüberliegende Altstadt. Nach einiger Zeit sind wir dann auch noch auf die andere Seite spaziert.

 


Den Nachmittag konnten wir sogar am Strand verbringen und auch wenn das Meer frisch war, gingen wir hinein.

 

Das zweite Ziel unserer Inselerkundung war die Stadt Baska, ganz im Süden. Als wir ankamen hatte es wohl gerade aufgehört zu regnen, deshalb war am Anfang alles noch voller Pfützen. Doch auch da sah man schon, dass Baska einen tollen Charme hat, der uns sofort in den Bann gezogen hat. Wir liefen auf der Hafenmauer bis wir direkt auf die lange Uferpromenade schauen konnten, spazierten dann weiter aus der Stadt heraus und um die Ecke herum an den Klippen entlang. Das Meer sah herrlich aus und wir fanden einige Buchten, in denen wir nur zu gern schnorcheln gegangen wären. Leider hatten wir keine Badesachen dabei, weil das Wetter mal wieder eher mittelmäßig vorhergesagt war.

 

 

Mittags tranken wir noch einen Kaffee am Hafen und aßen einen Eisbecher bevor wir wieder in Richtung Nijivice aufbrachen und dort den Nachmittag abermals am Strand verbringen konnten. Besonders war an diesem Tag der Männergesangsverein (wahrscheinlich aus Kroatien oder einem der anderen Balkanstaaten), die ihr erstes Lied draußen auf dem Meer an den Schwimmerabsperrungs-Bojen zum Besten gaben. Wir waren (wie der restliche Strand auch) begeistert, was allerdings im Laufe der Zeit in eine leichte Genervtheit umschlug. Besagte Gruppe saß nämlich in der Strandbar direkt über unserem Platz und je mehr Bier getrunken wurde, desto lauter wurden die Männer und desto öfter sangen sie – gefühlt immer das gleiche Lied.

 

 

Diesen Abend kochten wir in unserem AirBnb (Spagetti mit guter Miracoli-Soße) und konnten sogar auf unserer Terrasse sitzen. Der Essensgeruch hätte die streunenden aber durchaus süßen Kätzchen dabei fast wahnsinnig gemacht. Immer wieder mussten wir sie daran hindern auf den Tisch zu springen.

 

Um auch noch einen Ort an der Ostküste zu sehen, fuhren wir an unserem letzten Tag auf Krk in das ehemalige Fischerdorf Vrbnik. Bei leichtem Nieselregen spazierten wir durch die engen Gassen. Das Highlight ist hier die engste Straße der Welt. Sie ist so eng, dass breitschultrige Menschen seitlich laufen müssen, da sie sonst stecken bleiben würden.

 

 

Zu unserem Bedauern wurde das Wetter an diesem Nachmittag das erste Mal nicht besser, weshalb wir kurzerhand einen Spieletag daraus machten und die Zeit gemütlich mit UNO, Kniffel und Rummicub in der Wohnung verbrachten.

 

 

Dubrovnik

 

Der ursprüngliche Plan für unseren Kroatienurlaub hatte sehr viele Stopps auf dem Weg in den Süden des Landes enthalten. Da das Wetter uns jedoch einen Strich durch die Rechnung machte und überall schlecht sein sollte, dachten wir uns, wir nutzen den Tag um die weite Strecke auf einmal zurück zu legen. Es begann mit Autobahnen, auf denen man aufgrund von tiefhängenden Wolken nicht einmal das Auto vor sich sehen konnte und endete später am Tag mit so heftigen Windböen, dass wir Angst hatten die Wohnmobile könnten umkippen. Straßenabsperrungen flogen durch die Luft, Bäume lagen auf der Straße und das Tal, durch das wir fuhren wurde komplett verwüstet.

Was uns vorher nicht bewusst war: Kroatien ist zweigeteilt und das unterste Gebiet nur erreichbar, wenn man ein kurzes Stück durch Bosnien fährt. Obwohl es nur eine Ortschaft und etwa 15 Minuten Fahrt sind, wurden wir sowohl bei der Ein- als auch bei der Ausreise an der Grenze kontrolliert.

Nach insgesamt etwa 7 Stunden Fahrt kamen wir dann, etwas geschlaucht, in unserer Unterkunft im Nachbarort von Dubrovnik, Gruz, an. Ein kleines, leider etwas dunkles Apartment mit Küchenzeile in einem großen Haus würde die nächsten 3 Nächte unser zu Hause sein.

 

 

Nun wollten wir natürlich Dubrovnik erkunden, die Perle der Adria, wie sie oftmals genannt wird. Angeblich eine der schönsten Städte am Mittelmeer. Doch am ersten Tag war davon nicht viel zu erkennen. Mit dem Bus konnten wir direkt vor das Tor zur Altstadt fahren und als wir ausstiegen fing es prompt an zu regnen. Wir dachten, es würde gleich wieder aufhören und marschierten trotzdem los. Doch der Regen wurde stattdessen immer heftiger und endete damit, dass wir fast 2 Stunden an eine Hauswand gelehnt und unter ein kleines Dach gedrängt warteten.

 

 

Völlig durchnässt, verfroren und fürs erste entmutigt fuhren wir zurück in die Unterkunft, wo uns … die Sonne erwartete. Das Wetter spielte echt April! Wir hatten aber keine Lust nochmal loszufahren und so blieben wir wo wir waren und entspannten uns am Pool. Das Wasser von unten anstatt von oben war eine nette Abwechslung.

 

 

Der nächste Sightseeing-Versuch glückte. Bei strahlendem Sonnenschein stiegen wir zunächst auf die Stadtmauer. Dieser Rundgang ermöglicht einen tollen Überblick über die ganze Altstadt. Von hier oben kann man auch gut erkennen, dass sich die Stadt zentral vom Stradun, der belebten Hauptstraße, aufbaut. Von hier führen viel kleine Gässchen nach oben, sodass Dubrovnik vom höchsten Turm der ehemaligen Festung wie ein Kessel wirkt. Auch sonst ist der „Mauergang“ ein Erlebnis und auf jeden Fall zu empfehlen. Nach einem relativ teuren Mittagessen – es gab Salat, den man sich hier allerdings immer selbst anmachen muss – flanierten wir gestärkt durch die kleinen Sträßchen und schauten uns Dubrovnik und seinen alten Hafen auch von unten an. Übrigens: man sieht, dass die Stadt Drehort der Serie „Game of Thrones“ ist, da entsprechende Touren angeboten werden und Fanshops zu finden sind.

 










 

 

Primosten

 

Die Entscheidung, wo der nächste Stopp sein sollte war schwierig, denn das Wetter sollte ausnahmsweise an vielen Orten gut sein. Es wurde eine Stadt, in der Lenas Papa und Großeltern früher Urlaub gemacht haben und die deshalb nicht verkehrt sein konnte – Primosten.

Unsere Ferienwohnung war in Bilo, einem 5km entfernten Ort.

 

 

Das tolle: nur 5 Minuten zu Fuß und wir waren direkt am Meer. Es gab eine kleine Bucht, was aber noch viel schöner war, waren die von Kiefern gesäumten Felsen, die man über einen kleinen Fußweg am Wasser entlang erreichen konnte. Hier schlugen wir die nächsten Tage unser Lager auf. Wir lasen viel und gingen Schnorcheln, wobei die Unterwasserwelt zwar nett war, aber natürlich nichts im Vergleich mit dem, was wir in Asien schon gesehen hatten (Schildkröten usw.). Das Highlight war ein Seestern – das Gegenteil von Begeisterung lösten die vielen Seeigel aus, die uns dank der Wasserschuhe jedoch nichts anhaben konnten. Was jedoch unsere Vorstellungen weit übertraf war das wunderbare türkisblaue und kristallklare Wasser. Ein Traum!

 



 

Als es an einem Nachmittag sehr windig wurde, fuhren wir kurzerhand nach Primosten, um uns die Stadt anzuschauen. Man kann einen Spaziergang um die ganze kleine Insel machen, die nur durch einen schmalen Landstreifen mit dem Festland verbunden ist. Über der Stadt thront eine Kirche und im Hafen liegen teure Yachten, während man an der Uferpromenade am Strand wunderbar nach Souvenirs schauen kann.

 





 

Abends waren wir dann entweder in Primosten oder in dem einzigen Restaurant in Bilo selbst essen. Dort sahen wir dann auch dreimal schöne Sonnenuntergänge.

 



 

 

Plitvice

 

Auf Lenas „Wunschliste“ für den Urlaub war nun nur noch ein Punkt offen: der Nationalpark Plitvice mit seinen berühmten Seen und Wasserfällen.

Wir hatten vorher viel darüber gelesen wie voll es an den Kassen sein soll und wie überlaufen der Park angeblich ist. Wir standen keine 5 Minuten für unsere Tickets an, die wir erstaunlicherweise nicht mal gebraucht hätten um hinein zu kommen, da nirgends kontrolliert wurde. Übermäßig voll war es auch nicht, was an der Nebensaison liegen könnte und daran, dass wir erst zur Mittagszeit dort ankamen, wo die meisten der Vormittagsbesucher aufgrund von starken Regen wahrscheinlich bereits wieder abgereist waren.

Wir entschieden uns aufgrund der schon recht späten Stunde für eine kleine Wanderung um die oberen Seen und sahen bald die ersten kleineren Wasserfälle. Netterweise geht man den Großteil der Zeit über Holzstege, die direkt über den Seen, teilweise sogar über kleinen Bächen verlaufen, sodass man wirklich mitten drin ist. Der Park ist außerdem schön sauber und das Wasser der Seen so klar, dass man jedes noch so kleine Steinchen am Boden sehen kann.

Nachdem wir mit der Bimmelbahn zu einem anderen Eingang des riesigen Areals fahren konnten, starteten wir die zweite, diesmal deutlich kleinere Tour zum großen See und den „Big Waterfalls“, deren Wasser mit beeindruckender Gewalt in die Tiefe schießt.

 











 

Die Nacht verbrachten wir in einer kleinen Pension ein paar Orte weiter. Hier gab es zum krönenden Kroatien-Abschluss einen Grillteller mit (erschreckend) viel totem Tier!

 

 

 

Part 2:

ÖSTERREICH

 

Kleinarl

 

Da wir den Urlaub von ursprünglich geplanten 2,5 bis knapp 3 Wochen aufgrund des teilweise wechselhaften und unbeständigen Wetters stark verkürzt haben, gönnten wir uns noch 3 Tage Wellnessurlaub in Österreich.

Als wir an der Rezeption des „Familien- und Wellnesshotels Hanneshof“ eincheckten warnte die Dame uns, dass das Zimmer nicht so aussehen würde, wie wir es auf den Bildern im Internet gesehen hatten. Einen kurzen Moment waren wir etwas verwirrt. Doch dann überbrachte sie uns die frohe Botschaft, dass wir in eine Suite upgegradet wurden. Diese war wirklich schön – mit 2 Schlafzimmern, 3 Fernsehern und einer ebenerdigen Dusche mit Lichteffekten, die fast so groß war wie unser gesamtes Bad zu Hause …

 

 

Auch der Rest des Hotels begeisterte uns. Der Wellnessbereich war groß und hatte mit Bio-Sauna, finnischer Sauna, Infrarotkabine, Dampfbad und Tepidarium eine schöne Auswahl. Es gab (im Gegensatz zu vielen anderen Hotels) mehr Liegen als Gäste, was sehr angenehm ist, da man nichts reservieren muss und die freie Auswahl hat. Beispielsweise konnte man jederzeit eines der 8 Wasserbetten ergattern. Zusätzlich gibt es ein Innen- und Außenschwimmbad.

 



 

Zuletzt ist noch das Essen erwähnenswert und muss gelobt werden. Das Frühstücksbuffet ließ keinen Wunsch offen und war sehr vielfältig. Und das Abendessen war ein richtiges Feinschmecker-5-Gänge-Menü, dass uns an beiden Abenden zu 100 Prozent überzeugen konnte.

 



 

Nachdem wir am ersten Abend so vollgegessen waren, dass wir nicht mal mehr Platz für einen Cocktail in der Bar hatten, schafften wir es am zweiten Abend. Bei einem Lillet und Mojito spielten wir Rummicub und kamen mit netten anderen Gästen ins Gespräch.

 

Leider endete auch der letzte Urlaubsabschnitt und so machten wir uns auf den Heimweg. Die Fahrt verlief abgesehen von einigen Staus unspektakulär.

 

Zu Hause wurden wir von einem Blumenstrauß und einer Notfallration Nahrung begrüßt 😊 (Danke Mama Andrea)

 

 

 

10 Kommentare

  1. Thanks for some other great post. Where else may anybody get that kind of information in such an ideal method of writing? I’ve a presentation next week, and I am at the look for such information.

  2. Pingback: batmanapollo

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.